Anderson's-Norweger Norwegische Waldkatzen
Anderson's-NorwegerNorwegische Waldkatzen

Warum ist eine Rassekatze so teuer?

Diesen Satz haben wir in dieser oder in einer anderen ( weniger freundlich formulierten ) Form schon sehr oft zu hören bekommen. Für jemanden, der sich noch nie mit dem Thema seriöse Katzenzucht befaßt hat, scheint der Preis für ein Katzenkind vom Züchter, der alleine bei unseren Norwegern immerhin zwischen 600 und 700 Euro für ein Liebhabertier liegen kann, immens hoch zu sein.


Ich will hier einmal versuchen, mit dem Vorurteil aufzuräumen, "ein Züchter verdient sich eine goldene Nase an seinen Katzen". Leider bekommt man am Telefon fast nie Gelegenheit, den Preis zu erklären. Wenn man auf die Frage nach dem Preis, die fast immer zuerst gestellt wird, antwortet, bekommt man die unterschiedlichsten Reaktionen. Am häuftigsten muß die Frau erst einmal ihren Mann fragen. Überflüssig zu erwähnen, daß man nie wieder etwas von ihr hört. Manchmal muß man sich aber auch beschimpfen oder auslachen lassen. Nur ganz selten sind die Interessenten nicht geschockt. Eine Rassekatze scheint nicht soviel Wert zu sein, wie ein Rassehund, für den man scheinbar ohne zu murren auch mal 750 Euro oder mehr hinlegt. Aber wo liegt der Unterschied? Ein Hundezüchter hat mit seinen Welpen zwar mehr Arbeit als ein Katzenzüchter, weil die Hundewelpen nicht stubenrein sind. Dafür wird aber ein Hundewelpe i.d.R. schon im Alter von 8-9 Wochen abgegeben, während ein Katzenkind noch mindestens 4 Wochen länger beim Züchter bleibt.

Ein seriöser Katzenzüchter, dem es vorrangig um das Wohl seiner Tiere geht, unterscheidet sich von einem Katzenvermehrer, der nur aus Profitgier Katzenbabies produziert und sie als Ware verkauft, vor allem im Preis für seine liebevoll aufgezogenen Jungtiere. Denn nur der Vermehrer, der seine Katzen teilweise unter katastrophalen räumlichen und hygienischen Verhältnissen hält, "seinen" Tieren entweder gar keine oder nur eine unzureichende veterinärmedizinische Versorgung zukommen läßt, sie mit Billigfutter ernährt und sie ohne ausreichend lange Pausen Babys werfen läßt, die dann viel zu früh und meistens ungeimpft abgegeben werden, kann Katzenbabys zu Schleuderpreisen verkaufen!!!
Die Leute, die ein vermeindliches Schnäppchen machen wollen und eine Katze von einem Vermehrer erwerben, erleben meistens kurze Zeit später ihr blaues Wunder. Denn das Schnäppchen wird schnell eine gute Einnahmequelle für den Tierarzt, weil das arme Wesen mit allerlei Parasiten und Mangelerscheinungen ins neue Zuhause einzieht. Von der seelischen Verfassung des Katzenkindes, das ohne ausreichende menschliche Zuwendung groß geworden ist und viel zu früh seine Mutter und seine Geschwister verlassen mußte, will ich gar nicht reden.
Schnell ist dann natürlich die Ursache des Problems gefunden: alle Rassekatzen sind überzüchtet und deshalb krankheitsanfällig und psychisch gestört. Man kommt nie auf die Idee, das man alle Probleme hätte vermeiden können, wenn man seine Katze für ein paar Euro mehr beim seriösen Züchter gekauft hätte.

Ein seriöser Züchter ist Mitglied in einem eingetragenen Katzenverein, der ihm strenge Zuchtrichtlinien auferlegt. Dieser Verein garantiert durch die Erstellung der Stammbäume, daß sich der Züchter an die Vereinsrichtlinien gehalten hat. Ein Stammbaum ist nämlich nicht nur ein Stück Papier, daß man als Katzenliebhaber nicht braucht. Er garantiert zum einen, daß man sich auch wirklich eine Rassekatze ins Haus geholt hat. Woher will man sonst wissen, daß die gekaufte Katze wirklich reinrassig ist? Zum anderen bescheinigt einem der Stammbaum auch, daß die Mutterkatze eine ausreichend lange Erholungspause zwischen 2 Würfen hatte. Ist diese Pause zu kurz, verweigert der Verein nämlich die Erstellung der Stammbäume für die Nachkommen!
Ein Vermehrer will sich nicht den Richtlinien eines Vereins unterwerfen und scheut auch die Kosten, die aus einer Mitgliedschaft resultieren: je nach Verein 50 bin 100 Euro Jahresbeitrag und zwischen 15 und 25 Euro für jeden ausgestellten Stammbaum.

Ein seriöser Katzenzüchter verlangt für seine liebevoll und optimal aufgezogenen Kitten mit Sicherheit keine übertriebenen Preise! Wieviel die Aufzucht von einem Wurf mit 4 Katzenkindern kostet, kann ich Ihnen gerne aus meinen Erfahrungen einmal zusammenstellen:
-Anschaffungskosten für die spätere Mutter der Babys ( ca. 800 - 1.100 Euro )
-Futter, Katzenstreu und Tierarztkosten bis diese Katze 1 Jahr alt ist und zum ersten Mal Babys haben kann ( ca. 500 Euro )
-Labortests, für die Deckung von einem fremden Kater ( ca. 50 Euro )
-300 bis 500 Euro Deckgebühr
Das sind schon einmal 1450 - 1750 Euro an Kosten, bevor überhaupt ein einziges Baby geboren ist!!!!
Klar, wenn man einen eigenen Kater hält, entfällt die Deckgebühr. Aber ein typvoller Kater kostet auch mindestens 900 Euro und muß auch erst mal fast 1 Jahr alt werden, bevor er decken kann!
Sind die Kleinen erst einmal auf der Welt, kommen weitere Kosten hinzu!
-150 Euro für Futter und Katzenstreu ( plus deren Entsorgung - die Müllabfuhr ist teuer! ) für jedes Kitten, ehe es im Alter von frühestens 12 Wochen das Haus und damit Mama und Geschwister verlassen kann.
-100 Euro für den kompletten Impfschutz pro Kitten, ohne den keine Katze den Haushalt eines seriösen Züchters verläßt!
Wenn also keine Krankheiten auftreten und die Mutter die Kleinen ohne Probleme ( z. B. Kaiserschnitt ) zur Welt gebracht hat, muß man für einen Wurf von 4 Katzenbabys noch einmal ca. 1000 Euro ausgeben, bevor man sie abgeben kann.

Das macht also insgesamt 2750 Euro für den ersten Wurf einer Katze!!!!!!!
Wenn man diese Summe durch 4 Kitten teilt, müßte der Züchter schon alleine zur Kostendeckung mindestens 680 Euro für ein Baby bekommen!!!!
Ich kann nur für unsere Zucht sprechen: soviel verlangen wir nicht für eine Katze, die in Liebhaberhände abgegeben wird!!! Da frage ich mich wirklich, wo der Profit sein soll ( den wir im übrigen nicht haben wollen, weil die Katzenzucht unser Hobby ist, das Spaß bringt ) !!!!!

Abschließend will ich nur noch einen Satz loswerden, den sich jeder zu Herzen nehmen sollte, der beim Kauf seines langjährigen Hausgenossen ausschließlich auf den Preis achtet und nur beim billigsten “Züchter” kaufen will:
Was man mit keinem Geld der Welt bezahlen kann, bekommt man nur beim seriösen Züchter: die Garantie für ein optimal aufgezogenes und auf den Menschen geprägtes, gesundes Katzenkind, das einem viele Jahre Freude machen wird. Denn eins kann und will ein Billigvermehrer seinen Katzenkindern nicht geben: Liebe und Zuwendung und daraus resultierend ein Urvertrauen in den Menschen, das eine Katze erst zu dem angenehmen Hausgenossen macht, den jeder Katzenliebhaber gerne um sich haben möchte!!!

 

(mit freundlicher Genehmigung von Anja Schormann)

 

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